Beschäftigte werden nicht arbeitslos und wechseln zum Jahresende in Transfergesellschaft

Erfolg der Solidarität bei Wirthwein: IG Metall erzielt Verhandlungsergebnis

  • 21.06.2020
  • Aktuelles, Bildergalerie, Tarif, Osthessen, Betriebe

Nach zwei Verhandlungsrunden und verschiedenen gewerkschaftlichen Aktivitäten in der Öffentlichkeit und im Betrieb konnte die IG Metall trotz der Corona-Krise eine sozialverträgliche Lösung für die Beschäftigten des Eichenzeller Produktionsstandorts der Wirthwein AG durchsetzen. Gemeinsames Verständnis von IG Metall und Wirthwein ist es dabei, dass der abgeschlossene Sozialtarifvertrag „ein klares gemeinsames Signal und Zeichen für die Anerkennung, die Wertschätzung und den Respekt für die langjährig Beschäftigten am Standort Eichenzell ist.“

 „Das Verhandlungsergebnis ist ein Erfolg der Solidarität. Die Beschäftigten werden zum Jahresende nicht arbeitslos, sondern können in eine Transfergesellschaft wechseln und dort für 12 Monate 80% ihres bisherigen Netto-Einkommens erhalten. Zusätzlich wurde für jedes IG Metall-Mitglied eine „Corona-Prämie“ in Höhe von einmalig 1.500 EUR sowie eine Anwesenheitsprämie vereinbart, um die Verlagerungspläne konstruktiv umzusetzen“, erklärt Uwe Zabel, Verhandlungsführer der IG Metall-Bezirksleitung Mitte.

„Gerade in der aktuellen wirtschaftlichen Situation ist Zeit mehr wert als Geld. Die Schließung des Standorts konnte damit zwar nicht verhindert werden, aber die betroffenen Beschäftigten werden durch den Abschluss nicht sofort arbeitslos. Mit der Transfergesellschaft erhalten die gekündigten Beschäftigten die Chance, sich in Ruhe und mit geringen Einkommenseinbußen beruflich neu zu orientieren. Darüber hinaus werden dadurch die Vermittlungschancen der Betroffenen auf dem Arbeitsmarkt in der aktuellen Situation verbessert“, so Robert Weißenbrunner, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Hanau-Fulda.

In einer geheimen Abstimmung stimmten die IG Metall-Mitglieder bei Wirthwein mit 98% für die Annahme des Verhandlungsergebnisses.

„Mit dem abgeschlossenen Sozialtarifvertrag ist der Plan der finanziell gut dastehenden Unternehmerfamilie verhindert worden, die Beschäftigten am Standort Eichenzell billig zu entsorgen. Das Verhandlungsergebnis ist ein großer Erfolg der Belegschaft, die sich in der IG Metall organisiert hat und damit ihre Interessen mit allen zur Verfügung stehenden gewerkschaftlichen Mitteln konsequent vertreten konnte“, so Zabel.

„Das Beispiel Wirthwein zeigt, wie schnell Beschäftigte ohne Betriebsrat und Gewerkschaft in eine fast aussichtslose Situation geraten können. Wir hoffen deshalb, dass dieser Fall anderen Belegschaften gerade in der jetzigen wirtschaftlichen Situation Mut macht, einen Betriebsrat zu wählen und sich gewerkschaftlich zu organisieren, nach dem Motto: Wenn wir zusammenhalten, ist alles möglich! Wir danken allen Vertretern aus anderen Betrieben, aus der Politik und Verbänden, die in den letzten Wochen die Auseinandersetzung begleitet und unser Anliegen unterstützt haben“, so Weißenbrunner abschließend.

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