Tarifbewegung 2018 in der Metall- und Elektroindustrie

Erste erfolgreiche Warnstreiks in der Region

  • 15.01.2018
  • Aktuelles, Tarif

Rund 850 Beschäftigte sind seit dem 8. Januar den Aufrufen der IG Metall in der Region gefolgt. In der ersten Woche beteiligten sich die Beschäftigten der Hanauer Vacuumschmelze und von NORMA in Maintal an den ersten Warnstreiks. Hunderttausende Kolleginnen und Kollegen im Bundesgebiet haben darüber hinaus seit Ende der Friedenspflicht befristet ihre Arbeit niedergelegt. "Diese sehr hohe Beteiligung an den Warnstreiks ist eine klare Antwort an die Metall-Arbeitgeber auf ihr provokatives Entgeltangebot, ihre Blockadehaltung zu unserer Arbeitszeitforderung und die inakzeptablen Gegenforderungen", so Robert Weißenbrunner, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Hanau-Fulda.

 Die Arbeitgeber haben in den Verhandlungen eine Entgelterhöhung in Höhe von 200 EUR Einmalzahlung und 2% ab 1.4.18 bei einer Laufzeit von 12 Monaten angeboten. Dieses Angebot haben sie aber unter die Bedingung gestellt, dass die IG Metall bereit ist, tarifvertraglich zu regeln, die Arbeitszeiten in ihrem Sinne zu flexibilisieren und damit zu erhöhen. In ihrer Logik würden dann auch Schicht- und Mehrarbeitszuschläge wegfallen. Gleichzeitig wollen sie, dass die Befristungsmöglichkeiten bei befristet Beschäftigten ausgedehnt werden. Unsere Arbeitszeitforderungen haben sie komplett abgelehnt! Das heißt: Keine Entlastung für Schichtarbeiter bei der Arbeitszeit und keine Entlastung für Familien, die Kinder erziehen oder Angehörige pflegen müssen. Insbesondere beim Teilentgeltausgleich für diese Beschäftigtengruppen stellen sie auf stur.

Aber auch bei der grundsätzlichen Möglichkeit vorübergehend die Arbeitszeit auf 28 Stunden pro Woche mit entsprechendem Rückkehrrecht wollen sie nicht mitmachen. Stattdessen versuchen sie, wider besseren Wissens, unsere Forderungen als rechtswidrig zu deklarieren. "Den Rauch dieser juristischen Nebelkerzen werden wir mit unserer gemeinsamen gewerkschaftlichen Kraft weg wehen", gab sich Robert Weißenbrunner kämpferisch.

Die Arbeitgeber spielen mit dem Feuer, die Arbeitskampfbereitschaft ist sehr hoch. Wir bereiten uns ernst- und gewissenhaft auf eine größere Auseinandersetzung in Form von 24h-Warnstreiks und auch unbefristeten Erzwingungsstreiks in den Betrieben vor. Sollte bis Ende Januar keine Lösung in Sicht sein, würde der Tarifkonflikt eskalieren", kündigte Weißenbrunner bei den Warnstreiks an.

"Wir sind zu Lösungen auf dem Verhandlungswege bereit. Das setzt aber voraus, dass sich die Arbeitgeber zu allen Forderungselementen der IG Metall in den Tarifverhandlungen bewegen. Ohne ein Ergebnis zu allen Forderungsbestandteilen kann es kein für die IG Metall akzeptables Ergebnis geben", so Weißenbrunner abschließend. Die nächste Tarifverhandlung für unser Tarifgebiet ist am 18. Januar in Saarbrücken. Bis dahin werden die Warnstreiks in den Betrieben der Region noch einmal ausgeweitet, um unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

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