Tarifverhandlungen Textilindustrie

Für 4,5% höhere Löhne und Gehälter: Warnstreik in der osthessischen Textilindustrie

  • 03.02.2017
  • Aktuelles, Bildergalerie, Betriebe

Mehr als 200 Beschäftigte der Filzfabrik Fulda, von Low & Bonar, Mehler Vario Systems, Mehler Engineered Products und Mehler Engineered Systems beteiligten sich im Rahmen eines Warnstreiks und einer gemeinsamen Kundgebung vor der Filzfabrik in Fulda an der Tarifrunde 2017 in der Textil- und Bekleidungsindustrie. Betriebsräte der umliegenden Betriebe, ehemalige Beschäftigte der zum Warnstreik aufgerufenen Betriebe sowie der ehemalige Geschäftsführer der Gewerkschaft Textil-Bekleidung in Fulda, Günther Brand, erklärten sich solidarisch mit den Forderungen. Rolf Müller vom DGB übermittelte die solidarischen Grüße der osthessischen "Gewerkschaftsfamilie".

Die IG Metall fordert die Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen um 4,5% sowie die Verlängerung des Tarifvertrags Alterszeitzeit zu verbesserten Konditionen. "Die Arbeitgeber haben bisher kein ernstzunehmendes Angebot abgegeben", sagt Katinka Poensgen, zuständige Tarifsekretärin des IG Metall Bezirks Mitte. Die Arbeitgeber boten bei der zweiten Verhandlung in Bielefeld zuerst vier Nullmonate und danach eine Erhöhung der Entgelte um 1,4% zum 1. Juni 2017 und um 1,5% ab dem 1. Juni 2018 bei einer Gesamtlaufzeit von 28 Monaten. "Eine Verlängerung oder gar Verbesserung der bestehenden Altersteilzeitregelungen ist nicht vorgesehen. Ein solches Angebot ist keine Gesprächsgrundlage. Wir werden mehr Druck machen", so Poensgen weiter.

Robert Weißenbrunner von der IG Metall Hanau-Fulda machte deutlich, dass man "auch in Osthessen bereit ist, noch eine Schippe drauf zu legen, wenn es notwendig wird um eine faire Lösung in diesem Tarifkonflikt zu erzielen." Der bundesweite IG Metall-Verhandlungsführer Manfred Menningen bezeichnete das Angebot der Arbeitgeber als eine "Schande" und betonte, dass es an der Zeit wäre zu begreifen, "dass ein Tarifvertrag auch ein Friedensvertrag ist". Wünschten die Arbeitgeber wieder "Frieden" in ihren Betrieben, so können sie am 15. Februar in der dritten Verhandlung mit einem vernünftigen Angebot ihren Beitrag dazu leisten.

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