Mehr Wert mit Tarifvertrag

ISOMIL Hanau: Beschäftigte wollen nicht mehr nach Gutsherrenart behandelt werden!

  • 31.05.2021
  • Aktuelles, Betriebe, Tarif, Gesellschaft

Bei der Fa. ISOMIL in Hanau werden die Beschäftigten, die allermeisten mit Migrationshintergrund, mit Niedriglöhnen abgespeist und nach Gutsherrenart von ihrem Arbeitgeber behandelt. Inzwischen hat sich die rund 40-köpfige Belegschaft mit Unterstützung der IG Metall einen Betriebsrat gewählt. Ihr nächstes Ziel ist es, einen Tarifvertrag durchzusetzen. Dafür haben sich über 75% der Belegschaft in der IG Metall organisiert und gegenüber dem Arbeitgeber entsprechende Forderungen aufgestellt.

Völlig überraschend hat die Fa. ISOMIL die bisherigen konstruktiven Verhandlungen mit der IG Metall über den Abschluss eines Tarifvertrags einseitig beendet. Nach einem Warnstreik fordert die IG Metall den Arbeitgeber auf, wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Nach zwei Verhandlungsrunden hat die Geschäftsführung über ihre Anwälte erklären lassen, die Verhandlungen mit der IG Metall abzubrechen, obwohl die IG Metall dem Arbeitgeber unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Betriebs einen Kompromissvorschlag als Diskussionsgrundlage für die nächste Tarifverhandlung vorgelegt hatte und dabei dem Arbeitgeber weit entgegengekommen war.

Mit dem Abbruch der  Verhandlungen wird deutlich, was der Arbeitgeber und namentlich der Geschäftsführer Norbert Baumann tatsächlich will: Die Beschäftigten sollen im Vergleich zu branchenüblichen Bedingungen weiterhin zu Niedriglöhnen beschäftigt werden. Er will auch zukünftig allein weiter entscheiden, wer wieviel Geld verdient und wie die Arbeitsbedingungen aussehen.

Die IG Metall hatte dem Arbeitgeber trotz seiner Absage einen weiteren Verhandlungstermin vorgeschlagen. Dieses Friedensangebot wurde ausgeschlagen und deshalb hat die IG Metall zu einem Warnstreik über alle Schichten aufgerufen und der größte Teil der Belegschaft hat sich daran beteiligt.

Die IG Metall wird nun die Solidarität aus anderen Betrieben der Region und darüber hinaus organisieren. Nicht zuletzt auch deshalb, da neben den schlechten Arbeitsbedingungen die Beschäftigten und die Betriebsräte mit sehr fragwürdigen Umgangsformen konfrontiert sind. So wurde bspw. einer arbeitsunfähig bescheinigten Beschäftigten kein Entgelt für 5 Wochen gezahlt. Sie musste sich dies erfolgreich bei Gericht erstreiten. Außerdem werden in den Betriebsrat gewählten Beschäftigten fadenscheinige Abmahnungen erteilt oder Kompetenzen entzogen, um Druck aufzubauen. Darüber hinaus berichten Beschäftigte von "rassistischen Äußerungen" und "Strafarbeiten" für Beschäftigte.

Die IG Metall tritt deshalb gemeinsam mit den Beschäftigten und dem Betriebsrat dafür an, dies zu ändern und fordert den Arbeitgeber dazu auf, wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren, bevor die Situation und der Konflikt im Betrieb weiter eskaliert.

 

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