Konflikt um Standorterhalt und Arbeitsplätze

HITACHI-ABB: IG Metall-Mitglieder fordern den Konzern zu einem Moratorium auf

  • 16.10.2020
  • Aktuelles, Hitachi-ABB

Im Rahmen einer öffentlichen Mitgliederversammlung haben die über 300 IG Metall-Mitglieder bei HITACHI-ABB in Hanau-Großauheim über die weitere Vorgehensweise in der Auseinandersetzung um den Erhalt des Standorts und der Arbeitsplätze beraten und eine Erklärung verabschiedet, in dem sie den Konzern auffordern, vor einer weiteren Eskalation des Konflikts ein Moratorium mit der IG Metall zu vereinbaren und über die Zukunft des Standorts zu verhandeln. Unterstrichen wird dieser Beschluss mit weiteren geplanten betrieblichen Aktionen und Aktivitäten.

Die einstimmig  beschlossene Erklärung im Wortlaut:

Die Kapitalentscheidung von HITACHI-ABB unseren Standort in Hanau-Großauheim zu schließen ist ökonomisch falsch und trifft darüber hinaus einen wirtschaftlich gesunden und profitablen Traditionsbetrieb. Mit dieser Entscheidung werden die Beschäftigten und ihre Familien in die Arbeitslosigkeit geschickt und das unter bewusstem Bruch der Beschäftigungssicherungsvereinbarung, die bis Mitte 2023 Gültigkeit hat. 

Darüber hinaus wurde der Belegschaft und ihrer Arbeitnehmervertreter verbindlich zugesagt, über ein langfristiges Zukunftskonzept für den Standort Hanau-Großauheim zu verhandeln. Mit der Entscheidung der Standortschließung wird der Belegschaft die vereinbarte notwendige Zeit und die Perspektive genommen, gemeinsam mit dem Unternehmen eine Zukunft für den Standort zu entwickeln.

Die Entscheidung, die in Hanau-Großauheim hergestellten Produkte nach Bulgarien und die Schweiz zu verlagern, ist auch ein Schlag gegen die Klima- und Energiewende in Deutschland. Nicht zuletzt deshalb freuen wir uns auf die breite parteiübergreifende Unterstützung aus der Politik, die dem Treiben des Konzerns nicht tatenlos zusehen wollen.

Wir rufen unsere Kolleginnen und Kollegen in anderen Betrieben und in unserer Gewerkschaft IG Metall auf, uns mit allen gewerkschaftlichen Mitteln solidarisch zu begleiten und zu unterstützen.

Wir haben uns entschieden solidarisch in die Offensive zu gehen und uns mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen die Standortschließung zu wehren. 

Wir fordern deshalb HITACHI-ABB ultimativ bis zum 30. Oktober 2020 auf: Vereinbaren Sie mit der IG Metall ein Moratorium, in dem der Schließungsbeschluss aufgehoben wird. Wir erwarten, dass dann, wie vereinbart, ein nachhaltiges Zukunftskonzept für den Standort Hanau-Großauheim mit der heutigen Struktur und Personalstärke gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern und Unterstützung aus der Politik entwickelt wird. 

An die Entscheidungsträger im HITACHI-ABB Konzern gerichtet: Wir wollen Zukunft für den Standort Hanau-Großauheim und stehen für konstruktive Lösungen des Konflikts bereit. Nehmen Sie unsere ausgestreckte Hand zur friedlichen Beilegung des Konflikts an, bevor die Auseinandersetzung mit weiteren gewerkschaftlichen Mitteln eskaliert.

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